28.01.2012 „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“

Wir haben mal wieder unseren Namen für einen Aufruf hergegeben und rufen alle Yuppies und Sankt Pauli-Fans dazu auf, am 28. Januar mit uns auf die Straße zu gehen. Denn was sich in Deutschland abspielt, ist uns unerträglich. Dreizehn Jahre lang konnten drei Thüringer Nazis ungestört durch die Republik reisen, Banken überfallen, Sprengstoff-Attentate verüben und Menschen ermorden. Bisher zählen Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter als Opfer der Gruppe. Da nur ein Zufallsfund die Morde der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) aufdeckte, erfahren wir aktuell fast täglich neue schreckliche Details über die gezielte Hinrichtung von Migranten in ihren Geschäften, eine Nagelbombe in Köln-Mülheim und andere Anschläge eines Netzwerkes, von dem bisher nicht einmal abzusehen ist, wer ihm außer Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch angehört.

Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und völkischer Nationalismus sind Alltag in Deutschland. In dem Land, das nach Auschwitz schlichtweg hätte aufgelöst werden müssen, wird bis heute über die Täter_innen von gestern und die Täter_innen von heute geschwiegen. Und jede_r Nazi kann in dem Bewusstsein handeln: Wir schreien das raus, was andere denken. So erklärt sich auch, dass es trotz der schrecklichen Taten des NSU bisher kaum langanhaltende und ernsthafte öffentliche Empörung über die rassistischen Morde und die Verstrickung der Behörden gibt. Ebenso wenig gibt es den politischen Druck, alle Vorgänge lückenlos aufzuklären. Wir befürchten daher, dass die nun herrschende, unerträgliche Ruhe es den deutschen Behörden ermöglichen wird, die eigene Verstrickung in den Naziterror zu vertuschen.

Verbreitet und unterstützt den Aufruf mit euren Fanclubs und wir sehen uns auf der Straße!
28. Januar * 13 Uhr * Hamburg Hauptbahnhof
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Zeitleiste NSU http://www.blog.schattenbericht.de/nsu/

Kommende Fanfreundschaft?

Ha, wenn die halb so sein sollten wie ihre Außendarstellung, müssen wir uns die mal für ein Hipster-Netzwerk oder so anlachen. Nur über Musikgeschmack muss definitiv noch geredet werden.
Anyways, lohnt sich reinzuschauen:
http://ultratriangles.tumblr.com/

Am 3. Oktober nach Bonn: Imagine there’s no deutschland!

imagine theres no deutschland

Die von der deut­schen Ideo­lo­gie for­mu­lier­ten und aus­ge­führ­ten Aus­schlüs­se gehen weit über die hin­aus, die für die ka­pi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se not­wen­dig sind. Nicht nur der über den Sieg an der Ost­front ge­stell­te Be­trieb der Ver­nich­tungs­la­ger bleibt un­er­klär­lich, wenn man sie nicht mit­denkt, son­dern auch der deut­sche All­tag. Immer noch wird diese Ideo­lo­gie jeden Tag re­pro­du­ziert und in der Pra­xis voll­zo­gen: von den Ver­trie­be­nen­ver­bän­den, die kei­nen Frie­den mit Polen und Tsche­chi­en schlie­ßen wol­len, von den An­ti­zi­ga­nis­t_in­nen, die im Juli 2011 in Le­ver­ku­sen ein von Roma be­wohn­tes Haus an­zün­de­ten, von Sach­be­ar­bei­ter_in­nen im Job­cen­ter, von Fuß­ball­kom­men­ta­tor_in­nen, die von „deut­schen Tu­gen­den“ im Sport fa­seln, von Na­zisch­lä­ger_in­nen auf der Stra­ße – und von lin­ken An­ti­se­mit_in­nen, die das­sel­be has­sen wie ihre Na­zi­groß­el­tern: die USA und Is­ra­el.
Gegen sie alle gilt es, wei­ter­hin die Kri­tik an den deut­schen Ver­hält­nis­sen zu schär­fen und dabei auch jene ein­zu­be­zie­hen, die über eine ver­flach­te Ana­ly­se der Ver­hält­nis­se und der Na­ti­on im Spe­zi­el­len sowie den Auf­ruf zur Pra­xis ver­su­chen, die „linke Masse“ zu mo­bi­li­sie­ren. So­lan­ge die Mehr­heit der Be­völ­ke­rung bis hin­ein in die ra­di­ka­le Linke wei­ter­hin der deut­schen Ideo­lo­gie an­hängt, wird sich eine ra­di­ka­le Kri­tik not­wen­dig gegen diese rich­ten müs­sen.

Finden wir. Und zwar volle Kante. Also haben wir uns aus dem braunweißen Mikrokosmos gewagt und den Aufruf des „Imagine there’s no Deutschland“-Bündnisses unterschrieben. Der lässt sich komplett HIER finden und ist durchaus lesenswert. Dazu findet er hoffentlich auch den Weg in Fanladen, Stadion und Lieblingskaffees.
Wer sich vom Text nicht abschrecken lässt, sollte übrigends am Montag den 19.9 in die Hafenvokü wanken, dort soll der Aufruf kritisch diskutiert werden. Und, nun ja, wer eh ständig wegen dem Fussballverein durchs Land tingelt, kann am 3.10 dann gleich mal Bonn als Stop einplanen. Tun wir zumindest.

Schlag auf Schlag, bis einer KO geht

So empfinden viele Fans den Umgang des Vereins mit den gemeinsam aufgestellten Statuten. Neben dem bereits von uns verlinkten Post, seien unseren Leser_innen die folgenden Berichte aus dem Stadion ans Herz gelegt und schliesslich eine Unterschrift unter dem neuesten (noch nicht ganz fertig formulierten?) Angriff der Sozialromantiker. Wir haben dann auch schonmal unterschrieben, denn jede_r echte Boheme sollte sich tunlichst öfter mal den Mantel des Proletariats überziehen.

Auf ein Wort Herr Schulte
Das ist nicht mehr mein Pauli

http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?p=12

Zweierlei

Schöne Links zum Wochenendausklang:

Hier kotzt mensch sich von Fetisch über Adorno zur Niederlage des FCSP. Sehr lesenswert, auch wenn das mehrfach erwähnte O-Feuer nun wirklich nicht mehr angesagt ist auf der Schanze. Vielleicht nehmen wir dich ja mal in die netteren Gegenden mit – da quatscht dann auch keine_r mehr (Mist) über das Spiel und wir haben Zeit, „das mit dem Fetisch“ mal zu erklären und einzuordnen.

Und zweitens: Das SLI-Institut verwurstet revolutionär/kommunikationsguerillianisch die sorgsam aufgebaute Yuppie-Identität gegen Gentrifizierung. Machen sonst auch nur Trottel, die ebenfalls bei „Anderen“ landen, die dafür aufs Maul kriegen müssen, weil alles so gemein ist (Erklärung und Lektüretipp). Nunja, die bösen Feind_innen sollen gegen die von ihnen angestoßene Aufwertung des Schanzenviertels (oder generell: gegen Aufwertung?) auflaufen. Wir freuen uns über lustige Fotos und erklären direkt, dass wir da nicht mitmachen. Aufwertung finden wir toll, möge noch so einiges bis zur Revolution gentrifiziert werden. http://www.yuppiesgegengentrification.de



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