Ein Quentchen Analyse zu HoGeSa

Lange habt ihr nichts mehr von uns gehört. Eh klar, Bloggen ist einfach nicht mehr hip, wir ergehen uns lieber in unseren Instagram und ello-Profilen und posten Fotos von möglichst langweiliger Inneneinrichtung. Das utnerbrechen wir mal kurz, denn diese HoGeSa-Demonstration fanden wir ganz furchtbar, das ahnungslose Gefasel danach allerdings ebenfalls. Somit haben wir ein paar Text- und Audioperlen für euch rausgesucht. Erspart uns das selberschreiben, danke an die Autor_innen, meldet euch und wir laden euch auf ‚n short-white ein.

FSK:
Rundumschlag, wer gar keine Zeit hat, hört sich einfach nur die ersten 5 Minuten des Beitrags an. Bei mehr Zeit lohnt sich auch das komplett anhören.
FSK, vielen Dank:
Interview: Vom Scheitern der Ultras und der Rückkehr der Nazi-Hools
„Nach den Kölnern Ereignissen wird umschweifig gesucht, was auf der
Fußmatte des deutschen Mobs zu finden wäre. Gespräch zum
gesellschaftlichen Rahmen dessen, was sich sonst Wochenende für
Wochenende in den Stadien und den An- und Abfahrten -bei EM und WM auf
den Fanfesten – ereignet: „Die holen sich gerade ihre Stadien zurück.“
http://www.freie-radios.net/66938

Die Vice trat in Kontakt mit den Demoteilnehmer_innen. Selbst beim bechern in Davidstraße oder Copperhouse treffen wir nettere Zeitgenoss_innen:
http://t.co/fIFhkeJfIU

Hooligans gegen Nazis auf Facebook – Pumper mit Aufklärungswunsch
https://www.facebook.com/hogena161

Bündnis Aktiver Fussballfans
EIN SCHWARZER NACHMITTAG IN KÖLN
„Seit Jahren warnen wir und andere Gruppen davor, dass Althools (die
teilweise gar nicht mehr ins Stadion gehen oder dort nicht weiter
auffällig werden) nach wie vor in vielen Vereine eine Rolle als „Braune
Eminenzen“ (Zitat: Fanzine „Ballesterer“) spielen. Sei es als Vorbilder
für den Nachwuchs, sei es als reale Bedrohung für anti-rassistische
Fußballfans und Ultras. An vielen Orten pflegen sie beste Verbindungen
zur lokalen Neonazi-Szene oder sind elementarer Bestandteil derselben.“
https://www.facebook.com/aktivefans/posts/10152407519790840?fref=nf

Interview mit Andrea Röpke
„Hooligans wittern ihre Chance etwas loszutreten“
Wichtig ist der Szene das rassistische Ziel. „Salafisten“ sind dabei nur
vorgeschoben. Das Thema bringt Zustimmung. Es geht um den bereits von
„Blood & Honour“ in den 1990er Jahren verbreiteten „Rassenkrieg“. Die
Hooligans, viele von ihnen früher einflussreiche Neonazis, wittern ihre
Chance, als nationalistische Bewegung auch außerhalb der Fußballszene
etwas lostreten zu können.
http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/hooligans-salafisten-demo100.html

Ein quentchen Analyse zu HoGeSa

Lange habt ihr nichts mehr von uns gehört. Eh klar, Bloggen ist einfach nicht mehr hip, wir ergehen uns lieber in unseren Instagram und ello-Profilen und posten Fotos von möglichst langweiliger Inneneinrichtung. Das utnerbrechen wir mal kurz, denn diese HoGeSa-Demonstration fanden wir ganz furchtbar, das ahnungslose Gefasel danach allerdings ebenfalls. Somit haben wir ein paar Text- und Audioperlen für euch rausgesucht. Erspart uns das selberschreiben, danke an die Autor_innen, meldet euch und wir laden euch auf ‚n short-white ein.

FSK:
Rundumschlag, wer gar keine Zeit hat, hört sich einfach nur die ersten 5 Minuten des Beitrags an. FSK, vielen Dank:
Interview: Vom Scheitern der Ultras und der Rückkehr der Nazi-Hools
„Nach den Kölnern Ereignissen wird umschweifig gesucht, was auf der
Fußmatte des deutschen Mobs zu finden wäre. Gespräch zum
gesellschaftlichen Rahmen dessen, was sich sonst Wochenende für
Wochenende in den Stadien und den An- und Abfahrten -bei EM und WM auf
den Fanfesten – ereignet: „Die holen sich gerade ihre Stadien zurück.“
http://www.freie-radios.net/66938

Die Vice trat in Kontakt mit den Demoteilnehmer_innen. Selbst beim bechern in Davidstraße oder Copperhouse treffen wir nettere Zeitgenoss_innen:
http://t.co/fIFhkeJfIU

Hooligans gegen Nazis auf Facebook – Pumper mit Aufklärungswunsch
https://www.facebook.com/hogena161

Bündnis Aktiver Fussballfans
EIN SCHWARZER NACHMITTAG IN KÖLN
„Seit Jahren warnen wir und andere Gruppen davor, dass Althools (die
teilweise gar nicht mehr ins Stadion gehen oder dort nicht weiter
auffällig werden) nach wie vor in vielen Vereine eine Rolle als „Braune
Eminenzen“ (Zitat: Fanzine „Ballesterer“) spielen. Sei es als Vorbilder
für den Nachwuchs, sei es als reale Bedrohung für anti-rassistische
Fußballfans und Ultras. An vielen Orten pflegen sie beste Verbindungen
zur lokalen Neonazi-Szene oder sind elementarer Bestandteil derselben.“
https://www.facebook.com/aktivefans/posts/10152407519790840?fref=nf

Interview mit Andrea Röpke
„Hooligans wittern ihre Chance etwas loszutreten“
Wichtig ist der Szene das rassistische Ziel. „Salafisten“ sind dabei nur
vorgeschoben. Das Thema bringt Zustimmung. Es geht um den bereits von
„Blood & Honour“ in den 1990er Jahren verbreiteten „Rassenkrieg“. Die
Hooligans, viele von ihnen früher einflussreiche Neonazis, wittern ihre
Chance, als nationalistische Bewegung auch außerhalb der Fußballszene
etwas lostreten zu können.
http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/hooligans-salafisten-demo100.html

[transmitter] Das hat mit Fussball nichts zu tun

Die Auseinandersetzungen mit der Polizei nach dem Spiel St.Pauli gegen Hansa Rostock am 22. April wurde auf gewaltgeile Gang-Jugendliche abgeschoben. Dieses Vorgehen folgt dem üblichen Muster der Entpolitisierung von politischen Auseinandersetzungen

Die St.Pauli-Fans hatten die Schnauze voll. Aktuell scheinbar auf dem Kieker des Gerichtswesens der Deutschen Fußballliga (DFL) stehend, gab es gegen Hansa Rostock ein Verbot des Kartenverkaufs an Rostocker Fans aufgrund einer Gefahrenprognose der Polizei. Die Befürchtung der St.Paulianer_innen ist schwer von der Hand zu weisen: Sollte ein solches Verhalten Einzug in das Standardrepertoire von Polizei, DFL und Vereinen erhalten, wären auch riskante Auswärtsspiele wie beispielsweise in Dresden oder beim Stadtrivalen HSV geeignet, keine Gästekarten mehr an St. Pauli-Fans zu verkaufen.

Zudem fühlten sich die Fans nach mehreren harten Verurteilungen gegen den FC St.Pauli aufgrund eines Bierbecher- und eines Kassenrollenwurfs vom Verband aufs Korn genommen. So entschieden sich beim Spiel gegen Rostock etwa 2000 bis 3000 Fans, aus Protest nicht ins Stadion zu gehen, sondern davor auf dem Südkurvenvorplatz dem Spiel via Radioübertragung zu folgen. Redebeiträge, ein mit “Fankultur” beschrifteter Sarg und die zahlreichen Transparente in und außerhalb des Stadions waren einigen nicht ausreichend.

Die Polizei hatte den Kartenverkauf an Rostocker Fans untersagt und deren Anmeldung einer Demonstration mit dem Ausrufen eines “Gefahrengebiet Stadionumfeld/St. Pauli” mit besonderen Eingriffsbefugnissen beantwortet. Auch aus der autonomen Szene fand ein Aufruf zu Widerstand gegen das Gefahrengebiet den Weg in das Nachrichtenportal indymedia, ähnlich zu lesen waren auch Texte aus der Fanszene des FC St.Pauli.

DIE ALS DOPPELT FREMD MARKIERTEN WARRIORZ EIGNEN SICH IDEAL ALS PROJEKTIONSFLÄCHE

Noch vor Ende des Spiels wurden Polizeitrupps in verschiedenen Ecken des Stadtteils von vermummten Gruppen attackiert. Trotz der Aufrüstung der Polizei (mittlerweile zwei WaWe10000) hat sie den Abend über die zahlreichen Kleingruppen nicht unter bekommen. Zum Ausgleich wurde leichte Beute gemacht: Zumeist Punker oder betrunkene Fussballfans. Zusätzlich heizten regelmäßig Wasserwerfer und Kolonnen aus Einsatzfahrzeugen von einem Ende des Stadtteils zum anderen, um dann betreten an den Stellen herumzustehen, an denen eben noch die Kollegen_innen attackiert wurden.

Einer der ersten dieser Angriffe fand vor der Fankneipe “Jolly Roger” statt – die mopo titelte, St.Pauli-Fans hätten ihren eigenen Laden mit Flaschen beschmissen.

Generell: Die Medienberichterstattung lässt aufhorchen. Eine Gruppe, die die HSV-Fankneipe “Tankstelle” am Hans-Albers-Platz entglaste, wurde von einer SpiegelTV-Kamera gefilmt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Randalierer_innen sich das gefallen lassen hätten, wenn sie eine Person mit Kamera am Straßenrand bemerkt hätten.

Zudem kam es in der Nachlese zu einer interessanten Zusatzinformation zu den Ausschreitungen: Nachdem zunächst die Ultras erwartungsgemäß als Schuldige ausgemacht waren, schwenkte das Hamburger Abendblatt¹ um. Bereits am Folgetag wurde hier berichtet, es seien keine Mitglieder der Gruppe USP festgenommen worden und berief sich auf interne Quellen, die Angriffe seien durch die 187-Straßenbande, einer Gang aus dem Viertel, durchgeführt worden. Deren Fanclub, die Warriorz, seien das weitere Problem der Fanszene des FC St. Pauli.

Die Berichterstattung durch die Abendblatt-Reporter_innen über die St.Paulifanszene ist bisher nicht durch sonderliche Tiefe aufgefallen. Wenn nun derart detailiert berichtet wird und zudem die sonst als Pappkamerad leicht aufzustellenden Ultras freigesprochen werden, scheint es nach Insiderinformationen. Die Ausschließlichkeit der Schuldzuschreibung fällt auf.

Am Spieltag war jedoch klar zu erkennen: Die beteiligten Gruppen waren bei weitem vielschichtiger und schwieriger zu kategorisieren. Hier wird eine Gruppe außerhalb der St.Paulifanszene konstruiert, die für diese Ereignisse den Kopf hinhalten muss. Damit geht eine Entpolitisierung der Ereignisse einher: Statt dieses als widerständige Verhalten zu diskutieren, wird es durch die Festlegung als „Krawalle von Kriminellen”² diffamiert, über die nicht weiter diskutieren werden muss. Wobei die Sinnhaftigkeit der Handlung dahin gestellt sei.

Über die Warriorz wird innerhalb der Fanszene des FC schon länger diskutiert. Und eben auch mit ihnen. Das Fanprojekt kennt die Klientel, die Fangruppen besprechen die jeweilige Verantwortlichkeit und den Umgang mit Vorfällen. Dabei stolpern sie auch mal über die vor sich hergetragenen Werte und die Realitäten in der Fanszene. Die Warriorz sind in ihrem Habitus sicherlich nicht unproblematisch. Damit muss sich die aktive Szene auseinandersetzen. Die sich aufdrängenden Themen wie Gewalt, Heterosexismus, autoritäre Männlichkeit und Reviergehabe existieren aber nicht nur bei den Warriorz. Die als doppelt fremd markierten Warriorz – scheinbar nicht fanszenenzugehörig und vor allem nicht “weiß” – eigenen sich ideal als Projektionsfläche. Somit steigen sie zum perfekten Schmuddelkind der Fansszene auf. Diese Zuschreibung verunmöglicht eine poltische Analyse der Ausschreitungen gegen die Polizei.

Fußnoten:
1)http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article2255991/Polizisten-attackiert-Die-Spur-fuehrt-zu-den-Kriegern.html?pg=1&cid=&li=1
2) Ebd.

[transmitter] Beitrag zu den Ausschreitungen nach dem Spiel FC St.Pauli – Hansa Rostock

Für das Programmheft des Freien Senderkombinats haben wir einen Artikel über die Auseinandersetzungen nach dem Spiel gegen Hansa Rostock – Keine Gästefans, dafür Demo und lange Stress mit den Cops, ihr erinnert euch – geschrieben. Wird auch hier zu lesen sein, wenn der transmitter raus ist.
Bis dahin: Hört, macht, unterstützt das Freie Senderkombinat.

28.01.2012 „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“

Wir haben mal wieder unseren Namen für einen Aufruf hergegeben und rufen alle Yuppies und Sankt Pauli-Fans dazu auf, am 28. Januar mit uns auf die Straße zu gehen. Denn was sich in Deutschland abspielt, ist uns unerträglich. Dreizehn Jahre lang konnten drei Thüringer Nazis ungestört durch die Republik reisen, Banken überfallen, Sprengstoff-Attentate verüben und Menschen ermorden. Bisher zählen Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter als Opfer der Gruppe. Da nur ein Zufallsfund die Morde der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) aufdeckte, erfahren wir aktuell fast täglich neue schreckliche Details über die gezielte Hinrichtung von Migranten in ihren Geschäften, eine Nagelbombe in Köln-Mülheim und andere Anschläge eines Netzwerkes, von dem bisher nicht einmal abzusehen ist, wer ihm außer Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch angehört.

Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und völkischer Nationalismus sind Alltag in Deutschland. In dem Land, das nach Auschwitz schlichtweg hätte aufgelöst werden müssen, wird bis heute über die Täter_innen von gestern und die Täter_innen von heute geschwiegen. Und jede_r Nazi kann in dem Bewusstsein handeln: Wir schreien das raus, was andere denken. So erklärt sich auch, dass es trotz der schrecklichen Taten des NSU bisher kaum langanhaltende und ernsthafte öffentliche Empörung über die rassistischen Morde und die Verstrickung der Behörden gibt. Ebenso wenig gibt es den politischen Druck, alle Vorgänge lückenlos aufzuklären. Wir befürchten daher, dass die nun herrschende, unerträgliche Ruhe es den deutschen Behörden ermöglichen wird, die eigene Verstrickung in den Naziterror zu vertuschen.

Verbreitet und unterstützt den Aufruf mit euren Fanclubs und wir sehen uns auf der Straße!
28. Januar * 13 Uhr * Hamburg Hauptbahnhof
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Zeitleiste NSU http://www.blog.schattenbericht.de/nsu/